Seit 1991 präsentiert Reprodukt ein große Auswahl an KünstlerInnen, denen bei allen Unterschieden gemeinsam ist, dass sie aus der Independent-Szene kommen und nicht die klassischen Comicthemen bedienen. Häufig werden autobiografische Bezüge erkennbar, auch wo Fiktion entsteht. Reprodukt legt dabei großen Wert auf sorgfältige Übersetzung und gute Ausstattung.
Die Welt des Donjon ist nach einer Klimakatastrophe so gut wie unbewohnbar geworden. Die letzten Überlebenden auf Terra Amata bevölkern einen schmalen Landstrich zwischen der eisigen Nachtseite des Planeten und den glühend heißen Wüstengebieten der Tagseite. Dieses Territorium ist der Ort der Dämmerung.
Marvin, der Staubkönig und sein Schützling, Marvin der Rote, brechen zur Schwarzen Festung, dem Palast des Großen Khans, auf. Der Staubkönig will sich ein letztes Mal seinem ehemaligen Freund Herbert stellen, der nun als dunkler Herrscher über die letzten noch bewohnbaren Landstriche von Terra Amata gebietet.
Bereits 2005 begleitete Guy Delisle seine Frau, die für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Birma. Zwei Jahre später folgt ein einjähriger Aufenthalt der inzwischen vierköpfigen Familie in Israel. Zwischen Haushalt, Kinderpflege und dem Versuch, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, erkundet der Zeichner Jerusalem und kommt ganz allmählich hinter die Geheimnisse der Heiligen Stadt.
In gewohnt lakonisch-humorvoller Manier beobachtet Guy Delisle den Alltag in Jerusalem und zeichnet so ein sehr persönliches Bild eines Landes, das wie kein zweites von jahrzehntelangen blutigen Konflikten geprägt ist.
Hauptmann Glorim Cortis und sein Sonderkommando haben die Grenzen des Imperiums weit hinter sich gelassen. Während sie marschieren und marschieren werden die furchtlosen Soldaten von quälenden Zweifeln befallen: Gibt es die sagenumwobene neue Welt überhaupt, nach der sie suchen? Hat ihr Kaiser sie etwa hinters Licht geführt? Was bei allen Göttern ist das wahre Ziel ihrer Expedition?
Bastien Vivès und Merwan Chabane beenden ihren imposant gezeichneten Sandalenfilm mit einem überraschenden Paukenschlag.
Es ist schwer, dem Herrn alles recht zu machen. Kaum haben Adam und Eva ihr Schicksal als göttlichen Plan akzeptiert, empört dieser sich über ihr Verhalten. Dabei hatten sie sich, umgeben von Engelstrompeten und Cherubim, doch nur dem Reiz der körperlichen Liebe hingegeben. Kurzerhand zerstört Gott den Garten Eden und jagt die vermeintlich missratenen Geschöpfe zum Teufel.
Wieso hat der liebe Gott uns mit Neugier geschlagen, wenn er nicht will, dass wir vom Baum der Erkenntnis essen? Auf diese grundsätzliche Frage weiß auch Ville Ranta keine Antwort - aber sein "Paradies" ist dennoch tröstlich in seiner Heiterkeit und Farbenpracht.
Roxanne und George fu?hren ein Leben, wie es glamouröser nicht sein könnte. Als Kinder zweier Rocklegenden ist ihr Leben geprägt von Partys, Luxus und Exzessen – dokumentiert durch die eigene Reality-Show auf MTV. Alles läuft perfekt, bis ihre Väter den Beschluss fassen, nicht mehr länger die Pausenclowns fu?r ein Millionenpublikum zu spielen.
Carolin Walch, Jahrgang 1982, hat sich vor allem in der deutschen Manga-Szene als Zeichnerin von "Magic Mütze" einen Namen gemacht. Kurzgeschichten von ihr wurden in "Ballroom Blitz" oder "Orang" veröffentlicht. Carolin Walch lebt und arbeitet in München.
In expressiven, kantigen Schwarz-Weiß-Bildern erweckt der Comiczeichner und Filmemacher Max Andersson ein einmaliges, tiefschwarzes Universum zum Leben, bevölkert von wild um sich schießenden Föten, lebendigem Geld und Häusern, die wegen Graffitiverseuchung exekutiert werden - eine bitterböse und kluge Überspitzung unserer gesellschaftlichen Realitäten.
"Container" sammelt erstmals das gesamte Comic-Œuvre des Schweden, vom bahnbrechenden "Pixy" über die absurden Episoden um Pistolen-Johnny, Car-Boy und Traktor-Girl bis hin zu einer Reihe auf Deutsch bislang unveröffentlichter Geschichten.
Stellen Sie sich vor, wir könnten die Dienste eines Auftragskillers völlig legal in Anspruch nehmen, wie die eines Arztes oder Anwalts. Stellen Sie sich ferner vor, ein Wissenschaftler würde einen dieser Mörder dingen, durch die Zeit ins Jahr 1939 zu reisen, um Adolf Hitler zu töten...Was, wenn nun Hitler dem Attentat entginge und seinerseits in die Gegenwart reiste - den Killer in der Vergangenheit zurücklassend?
Kaum vorstellbar, wie Jason dieses Dilemma auflösen will. Gut, dass wir es in "Ich habe Adolf Hitler getötet" nachlesen können, in dem der Norweger mit trockenem Humor sämtliche Register seines erzählerischen Könnens zieht.
Ein Jahr lang befand sich der deutsche Comiczeichner Dirk Schwieger in Tokyo und startete dort im Januar 2006 sein interaktives Comic-Blog "Moresukine". Per Internet machte er ein Angebot, das schnell auf reges Interesse stieß und sein Blog zu einem Geheimtipp rund um die Welt machte: Er ließ sich von seinen Lesern Aufgaben stellen, die ihn zur Auseinandersetzung mit seiner neuen Wahlheimat nötigten, und versprach seine Erfahrungen in der jeweils kommenden Woche als Comic zu veröffentlichen.
Leser aus aller Welt schickten Dirk Schwieger auf Missionen durch die Gastronomie Tokyos, ließen sich von ihm Aspekte japanischer Mentalität, Kultur und Religion erläutern oder jagten ihn durch das berüchtigte Nachtleben der japanischen Hauptstadt. Auf diese Weise entstanden 24 tagebuchartige Episoden, in denen auf unterhaltsame Weise eine fremde Kultur vorgestellt wird.
Als Addidas’ Ohnmachtsanfälle überhand nehmen, droht ihr Vater auch noch den letzten Auftrag an die Konkurrenz zu verlieren. Addidas hofft, in der Unterwelt am Grund der riesigen Schornsteine Antworten zu finden - eine Suche, die sie auch mit dem Tod ihrer Mutter konfrontiert.
Pierre Wazem ist im deutschen Sprachraum als Autor des von Tom Tirabosco gestalteten Albums "Das Ende der Welt" (bei avant) in Erscheinung getreten. Frederik Peeters erlangte mit seiner autobiografisch geprägten Geschichte "Blaue Pillen" internationale Bekanntheit. Heute ist er dank Titeln wie dem in Angoulême prämierten "Lupus" oder der Thrillerreihe "RG" (mit Pierre Dragon, in deutscher Sprache bei Carlsen) einer der relevantesten europäischen Comicschaffenden.
Mit "X" meldet sich Charles Burns fulminant zurück: Sein in Rückblenden und Traumsequenzen erzähltes Drama um den Teenager Doug, der jeden Bezug zur Realität zu verlieren droht, verwischt auch für den Leser auf verstörende Weise die Grenzen zwischen Imagination und Wirklichkeit. William Burroughs meets Hergé.
Über Charles Berbérians Liebe zur Musik legen seine Arbeiten seit jeher Zeugnis ab. Mit "Jukebox" widmet der Schöpfer von "Monsieur Jean" seiner Leidenschaft erstmals ein ganzes Buch. Der Soundtrack seines Lebens, an dem er den Leser hier teilhaben lässt, erweist sich als unvergleichlicher Streifzug durch die Rock- und Popmusik der letzten 40 Jahre - stets persönlich, amüsant und zeichnerisch virtuos.
Charles Berbérians Comic-"Jukebox" hält Pikantes über die Rolling Stones parat, einen Pariser Spaziergang an der Seite von John Lennon oder ein herrliches Lamento über die Karrieren von Phil Collins und Elton John.
Addidas ist klein und ihrem Vater, einem Schornsteinfeger, damit unentbehrlich, denn nur sie gelangt in die schmalsten Schlote einer industriellen Millionenstadt mit unzähligen Schornsteinen. Doch da gibt es ein Problem: Addidas fällt immer wieder ins Koma. In ihren Ohnmachtszuständen erscheinen ihr schwarze Ungeheuer, die an riesigen Maschinen arbeiten
In "Koma" gelingt Autor Pierre Wazem und Zeichner Frederik Peeters der Spagat zwischen einer poetischen Geschichte über die Freundschaft und atmosphärisch dichter Science-Fiction. Reprodukt legt die sechsbändige Reihe im dreimonatlichen Rhythmus vor.
