Reddition – die Zeitschrift für Graphische Literatur
Das Dossier über italienische Comics - oder Fumetti, wie sie in ihrem Heimatland genannt werden - präsentiert die übersichtliche und interessante Darstellung der Entwicklung einer Erzähl- und Kunstform in einem Land, das nicht nur eine ganz eigene Comic-Tradition entwickeln konnte und eine Vielzahl noch heute einflussreicher und bedeutender Künstler hervorbrachte, sondern darüber hinaus - etwa im Vergleich mit den USA oder Frankreich und Belgien - im deutschsprachigen Raum eine weniger populäre Rolle spielt als die Comics aus den genannten anderen Regionen. Reddition 55 befasst sich in einem langen einleitenden Artikel mit der Geschichte italienischer Comics bis in die 1950er Jahre, um danach anhand der Porträts von Dino Battaglia, Benito Jacovitti, Guido Crepax, Milo Manara, Sergio Toppi, Attilio Micheluzzi, Eleuteri Serpieri, Vittorio Giardino, Lorenzo Mattotti, Igort und Manuele Fior einen Streifzug bis in die Gegenwart zu machen. Artikel über die Zeitschriften Il Vittorioso, Sgt. Kirk und Canicola runden das Dossier ab.
Reddition 54 widmet sich dem Spirou-Magazin unter Yvan Delporte Als Yvan Delporte seine Karriere 1945 bei der Éditions Dupuis in Belgien begann, deutete zunächst wenig darauf hin, dass er einmal am Ruder des Spirou-Magazins stehen und es in Gewässer führen würde, die sowohl zahlreiche Zeichner und Autoren in hohem Maße beeinflussen wie auch den europäischen Comic insgesamt prägen sollte. Durch ihn war Spirou in den 1950er Jahren zu einer der einflussreichsten, phantasievollsten und kreativsten Publikationen in der franko-belgischen Comic-Kultur herangewachsen, die auch auf den deutschsprachigen Markt einwirkte und etliche noch heute populäre Klassiker hervorbrachte. Das Dossier über den maßgeblichen Spirou-Redakteur Delporte präsentiert neben wichtigen Stationen seiner Schaffenszeit bei Dupuis (1955 bis 1968) auch die Porträts seiner Kollegen und Wegbegleiter Peyo, Raymond Macherot und René Hausman sowie der Serien Le Trombone Illustré und den Mini-Récits, vor allem Bobo von Paul Deliège. Um darüber hinaus auch dem umfangreicher als geplant ausgefallenen Porträt über den Harry und Platte-Zeichner Willy Maltaite alias Will gerecht zu werden, erscheint Reddition 54 nach längerer Zeit mal wieder mit einem Wendecover.
Will Eisner, Schöpfer des auch heute noch sehr populären The Spirit , gilt gemeinhin als "Vater" oder "Erfinder" der Graphic Novel . Warum der 1917 in den USA geborene Zeichner und Autor aber nicht nur mit dem Spirit herausragendes geleistet hat und wie das wirklich mit den Anfängen einer neuen Erzählweise im Comic gewesen ist, erfährt der Leser von Ausgabe 53 der REDDITION. In unserem umfangreichen Dossier über Will Eisner gibt es neben einer ausführlichen Bio- und Bibliographie auch Wissenswertes über die Entstehung der comic book-Industrie in den 1930er Jahren, über Eisner Arbeit an den Educational Comics für das Pentagon sowie seine autobiographischen Comics und literarischen Einflüsse zu lesen.
Der 1946 in Frankreich geborene Zeichner und Autor Jacques Tardi zählt zu den produktivsten und angesehensten Vertretern seiner Generation Comic-Schaffender. Mit Adeles ungewöhnliche Abenteuer (ab Herbst 2010 auch in deutschen Kinos als Film von Luc Besson), den Nestor Burma-Adaptionen der Kriminalromane von Léo Malet oder seinen schonungs- und kompromisslosen Darstellungen des Ersten Weltkriegs hat Tardi die europäische Comic-Szene nachhaltig geprägt - und prägt sie noch! Das Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Künstlers ist Gegenstand des Dossiers in der neuen Ausgabe.
Anfang Mai erscheint bei der Edition Alfons der erste Band einer neuen Jahrbuch-Reihe, die den deutschsprachigen Comic-Markt in all seinen Facetten aufarbeitet. Bewusst als gedrucktes Referenzwerk mit bleibendem Wert konzipiert, wird der COMIC REPORT als Gegenpol zur vergänglichen, unstrukturierten Informationsflut des Internets unerlässlich sein. Die Debütausgabe des COMIC REPORTs beleuchtet den Start ins neue Jahrzehnt mit Artikeln, Berichten und Bewertungen. 25 Autoren steuern interessante Texte bei, die das Kalenderjahr informativ, unterhaltsam oder kritisch zusammenfassen.
25 Jahre REDDITION - Die extradicke Jubiläumsausgabe mit dem Dossier Comics & Literatur.